Der demographische Wandel ist ein geflügeltes Wort heutzutage. Er hat eine Reihe von Folgen z.B. für das staatliche Rentensystem, über das Gesundheitssystem und die staatliche Infrastruktur bis hinein ins eigene Büro. Denn junge Menschen kommen heute immer früher ins Berufsleben durch die Umstellung auf das Bachelor- und Mustersystem und die Verkürzung der Schuljahre durch die G8 Reformen. Da sie mit Anfang 20 potenziell somit ihre Karriere starten, können sie mit Ende 20 bereits Führungsverantwortung haben. Gleichzeitig arbeitet die ältere Generation immer länger durch ein späteres Renteneintrittsalter und durch den Fachkräftemangel. Diese Faktoren führen dazu, dass heutzutage vier Generationen gleichzeitig arbeiten: Die Generation X, Y and Z sowie die Babyboomer.

Die Generationen X, Y, Z and die Babyboomer

Die Babyboomer, geboren zwischen den 60er und 70er Jahren, sind heute der älteste Teil der Berufstätigen. Sie sind bedacht auf traditionelle Werte, Kontinuität und Sicherheit. Als Generation X nennt man die zwischen 1965 und 1980 geborene Generation. Mit ihr verbindet man hohe Ambitionen und Ehrgeiz. Die Generation Y (80er und 90er Jahre) oder die Millenials streben nach neuen Herausforderungen, persönlicher Weiterentwicklung und sinnvoller Arbeit. Die Generation Z, geboren ab ca. 1995, ist komplett im digitalen Zeitalter aufgewachsen. Sie bevorzugt jedoch Strukturen und eine klare Work-Life Balance. Der demographische Wandel sorgt nun dafür, dass diese vier Generationen aufeinander treffen und zusammenarbeiten müssen.

Die Herausforderung mit den vier Generationen

Diese vier unterschiedlichen Generationen haben folglich unterschiedliche Werte und Ansprüche an das Leben und die Arbeitswelt. Dies kann zu Konflikten führen, wie auch eine Umfrage der Boston Consulting Group (BCG) mit der Vordenker-Community zeigt: 64% der befragten jungen deutschen Führungskräfte gaben an, dass der demographische Wandel eine Bedrohung darstellt. Die unterschiedlichen Erwartungen erschweren die Zusammenarbeit und die Digitalisierung vergrößert die Herausforderung

Die Digitalisierung als Treiber des Konflikts

Viele traditionelle Tätigkeiten fallen durch die Digitalisierung weg. Zudem entstehen neue Jobs und Berufsbezeichnungen mit mystisch wirkenden Namen. Zudem verändert sich durch den digitalen Wandel die Art und Weise der Arbeit: Home Office, virtuelle Teams und das Smartphone als mobiler Arbeitsplatz gehören mittlerweile zum Alltag. Die hohe Geschwindigkeit der heutigen Arbeitswelt und die ständigen Veränderungen liefern ebenfalls ihren Beitrag. Agilität und Flexibilität der Mitarbeiter sind gefragt. Für die jungen Generationen ist das der normale Alltag. Zudem suchen sie stetig neue Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten. Für die älteren Generationen stellt dies dagegen eine unerwünschte Belastung dar.

Bedenken der jüngeren Generation

Aber auch die jüngere Generation ist nicht vollkommen zu frieden mit dem Büro der vier Generationen: Sie fürchten eine Orientierung der älteren Generationen an der Vergangenheit und ihren Widerstand gegenüber Veränderungen. Gerade in Anbetracht der unübersichtlichen und schnelllebigen Wirtschaftswelt fehlen ihnen oftmals notwendige Investitionen in zukunftsträchtige Technologien und Infrastrukturen. Jedoch wäre es ein großer Fehler, die heute Arbeitswelt komplett auf die junge Generation auszurichten. Denn die älteren Generationen sind ebenso wichtig.

Der demographische Wandel und seine Vorteile am Arbeitsplatz

Trotz all der Unterschiede und Herausforderungen, die der demographische Wandel mit sich bringt, bietet er dennoch jede Menge Vorteile und Potenziale: Durch die Kombination der Erfahrungen und des Wissens der älteren Generationen mit den innovativen Ideen und dem frischen Blickwinkel der Jungen kann ein Unternehmen nachhaltig wachsen und innovate Lösungen hervorbringen.

Der Schlüssel zum Erfolg mit den vier Generationen

Die kritische Frage ist nur, wie man diese Potenziale heben kann. Weiterbildungsprogramme für die ältere Generation können deren Verständnis für die digitalisierte Welt stärken. Traineeprogramme für die junge Generation können schnell Erfahrung und Wissen über verschiedene Bereiche aufbauen. Außerdem können Mentorenprogramme helfen, in denen sich die beiden Generationen gegenseitig helfen und so die Stärken der jeweiligen Generation der anderen näher bringen.

Wichtig ist vor allem eine offene und ehrliche Kommunikation zwischen den Generationen, um sich gegenseitig zu verstehen. Daher sollte die Generation Y realisieren, warum ein Auto als Statussymbol und feste Arbeitszeiten für die Familie wichtig sind. Ebenso sollten die Babyboomer nachvollziehen können, warum die jungen Mitarbeiter regelmäßig Anerkennung und Wertschätzung verlangen sowie den Sinn der Arbeiten verstehen wollen. Erst dann können beide Generationen zusammenwachsen und ihre Stärken wirksam einsetzen. Sobald ein gemeinsames Verständnis für die andere Generation herrscht, wird das Büro der vier Generationen einen großen Mehrwert für das Unternehmen, das Team und den einzelnen Mitarbeiter bringen und nachhaltig den Erfolg aller steigern. Entsprechend flexibel und offen müssen Unternehmen und vor allem Führungskräfte sein und z.B. sowohl flexible als auch feste Arbeitszeiten einführen, um das wahre Potential der vier Generation zu realisieren.

 

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