Lukas, 22, Sportstudent, Vegetarier …

Mila, 19, BWL-Studierende, mache gerade Low-Carb….

Lebensweisen, Ernährungsformen, Appetit, Hunger – wann wurde das Grundbedürfnis der Nahrungsaufnahme zu einer Lebensweise, welche die Gesellschaft in verschiedene Gruppierungen trennt?

Ich erinnere mich an die letztjährigen Uni-Wahlen, eine Hochschulpartei forderte einen Fleischfreien-Tag in der Uni Mensa. Tagelang wurde darüber diskutiert und auch protestiert. Die einen: „Ich verzichte nicht auf mein Fleisch!“ „Das ist ein Eingriff in meine Freiheit – niemand schreibt mir vor was ich essen soll!“. Die anderen: „Ein fleischfreier Tag bringt dich nicht um!“ „Warum ist das für dich ein Problem, du isst doch nur selten Fleisch!“ „Ist es so schlimm mal ein Tag kein Fleisch zu bekommen, notfalls holst du dir eben einen Döner!“

Diese Diskussionen gingen auch an mir nicht vorbei, wobei ich teilweise eher passiv beteiligt war und das Phänomen an sich faszinierend fand. Ich stelle mir die Frage: Zu welchem Zeitpunkt wurde das Thema „Hunger“ und die daraus resultierende Frage, wie ernähre ich mich zu so einem stark gesellschaftlichen Thema, dass es die Menschen in Lager teilt und schon religiöse Züge annimmt, die auch Kreuzzüge nicht ausschließen.

Aber das Thema Ernährung ist vielfältig und ihr Stellenwert ist hoch. Ohne Nahrung kann ein Organismus nicht überleben, das ist klar und gleichzeitig ungemein erschütternd, wenn man bewusst darüber nachdenken wie viele Menschen noch verhungern und in anderen Teilen der Welt werden Nahrungsmittel vernichtet um die Wirtschaft aufrecht zu erhalten.

Wie oft ist dir selbst diese Tatsache bewusst, wenn du dich im Supermarkt über gestiegene Milchpreise beklagst, dir das Essen in der Mensa nicht zusagt oder Essen entsorgst, welches gerade das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten hat, dass es für dich doch eigentlich Bagatellen sind, es gibt so viel Größeres in deinem Leben und auch Menschen, die wirklich ein Problem mit dem Thema Essen verbinden.

Ein paar interessant Fakten …

… Hunger gehört zu den lösbarsten Problemen der Menschheit und gleichzeitig das größte Gesundheitsrisiko. Mehr Menschen sterben an Hunger als an AIDS, Malaria und Tuberkulose zusammen.

… dennoch haben 795 Millionen Menschen noch nicht genug zu essen, bei 7,5 Milliarden Menschen entspricht das jedem Neunten.

… die Zahl der Hungernden ist schon gesunken, die Vereinigten Nationen kämpfen hart um ihr Ziel, den Hunger bis 2030 zu beenden. Jedoch erschweren Krisen und Naturkatastrophen den Weg.

… die meisten der Hungernden sind Kleinbauern, Viehzüchter und Arbeiter vom Land. Dies sind meist Frauen, die versuchen sich und ihre Familie selbst zu ernähren. Die meisten dieser Familien leben in Afrika und Teile Asiens. Frauen erhalten, in den dortigen Gesellschaften nicht die gleichen Mittel wie die Männer, wenn dies der Fall wäre, könnte die Zahl der Hungernden um bis zu 150 Millionen gesenkt werden.

… der Klimawandel kann dazu führen, dass bis 2050 die Anzahl der hungernden Menschen ansteiget. In diesem Fall wären Menschen aus Sub-Sahara betroffen, da durch die Ausbreitung der Wüste ihre Lebensgrundlage nach und nach verschwindet.

Verstehe mich nicht falsch, dieser Blogbeitrag soll kein Shitstorm sein, du kannst genauso wenig etwas dafür wo du geboren wurdest wie jeder andere. Das Einzige, was du tun kannst, ist bewusst zu leben. Stehe durch kleine Handlungen für dich selbst und andere ein. Warum nicht den Nachbarn, Freunde oder auch Obdachlose fragen, ob sie den Rest von den Lebensmitteln wollen, bevor man übers Wochenende wegfährt und danach alles entsorgt.

Mirjam S.

 

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